Jaja, ich weiß, manch einer mag bei dem Namen vehikel[erectus] auf abwegige Ideen kommen, mein zweites Roboter-Projekt heißt aber trotzdem so, denn ich halte diese Bezeichnung für ganz treffend. Vehikel nenne ich meine Roboter, weil sie eben dieses in mehrerlei Sinn sind (vor allem Erfahrungsvehikel für mich). Der hier beschriebene Roboter soll ein sich aufrecht fortbewegender werden, daher „vehikel erectus“ – das aufgerichtete Vehikel. Dieser Roboter wird sich nicht auf zwei Beinen bewegen (wir wollen ja für den Anfang nicht gleich übertreiben), sondern auf zwei Rädern. Ich versuche bei diesem Projekt also, ein System zu bauen, das in der Lage ist, durch Bewegung sein Gleichgewicht auf zwei Rädern zu halten.

Dienstag, 1. April 2008

Los geht's!

Zunächst zu den Rädern: wie bei meinem vehikel[eins] Projekt (vehikeleins.blogspot.com), verwende ich auch hier Papier-Andruckrollen aus einem alten Drucker. Diese laufen auf kurzen Achsstücken, die aus der Achse hergestellt sind, auf die die Rollen im Drucker aufgepresst waren. Die Achse ist minimal kleiner als 8 mm, das ursprüngliche Loch in den Rollen also auch. Ich habe dieses Loch auf exakt 8 mm aufgerieben, dadurch laufen die Rollen jetzt ganz hervorragend auf den Achsen. Ich kann dieses Verfahren nur wärmstens weiterempfehlen! Die Achsen sind über einen einfachen Alu-Winkel mit der Grundplatte des Chassis verbunden. Rechts und links von jedem Rad befinden sich noch Anlaufscheiben, damit das Rad nicht seitlich gebremst wird.

Etwas eigenwillig ist sicherlich der Antrieb der Rollen: ich hatte noch kleine Motoren von Pollin rumliegen, die relativ lange Achsen haben. Ich lasse die Motorachsen jeweils mit leichtem Andruck an den Rädern laufen, sodass eine Art Friktionsantrieb entsteht. Die Untersetzung ergibt sich dabei aus den stark unterschiedlichen Durchmesser von Rollen und Motorachsen. Diese Art Antrieb war eigentlich nur ein Experiment, das aber erfreulicherweise positiv ausgefallen ist. Das ganze funktioniert recht gut. Dass es zwar nicht so günstig ist, die Motorachsen einseitig zu belasten, ist schon klar, aber die kleinen Dinger sind so billig, dass man ggf. auch mal ein Paar neue spendieren kann. Außerdem sehen die Motoren qualitativ auch garnichtmal so übel aus, zumindest laufen die Achsen in Sinterbuchsen. Das sollte das Problem mildern. Im Übrigen ist der Andruck bei guter Funktion gar nicht mal so groß. Um den Andruck einstellen zu können, haben die Befestigungslöcher in den Winkeln für die Motoren etwas Spiel. Die Motoren mögen vielleicht etwas unterdimensioniert aussehen, aber so vom ersten Probieren geurteilt, müsste die Kraft der Räder für durchschnittliche Bodenbeläge ausreichen. Mal sehen – ist ja auch nur der Anfang. Herrlich spannend!